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Erga

Neu bei der Pegasus-Onlinezeitschrift
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Pegasus 1/2011

Anja Buhl
Sprechen über Sprache – ein Beispiel für eine kompetenzorientierte Unterrichtssequenz im Lateinunterricht der Jahrgangsstufe 7
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Anhänge:
PDF Icon (PDF-Datei, 0,4 MB)
1-30
Anja Buhls Artikel bietet eine von der Autorin geplante und durchgeführte Unterrichtssequenz im Fach Latein für die 7. Klasse einer Gesamtschule. Hauptziel war die Förderung der metasprachlichen Kompetenzen, welche in Form eines „Tandembogens“ erreicht werden sollte, und zwar der Durchnahme des AcI und des Dativs. Besondere Berücksichtigung fanden bei der Planung die Kriterien eines kompetenzorientierten Unterrichts.
 
Sabine Doff / Annina Lenz
Ziele und Voraussetzungen eines fächerübergreifenden Fremdsprachenunterrichts am Beispiel von Englisch und Latein
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31-49
Der Artikel von Sabine Doff (Bremen) und Annina Lenz (Bremen) thematisiert den fächerübergreifenden Fremdsprachenunterricht am Beispiel der Kooperation von Englisch und Latein, wobei er zunächst auf die Bedeutung der beiden Sprachen in der Geschichte Europas eingeht; anschließend wird für eine intensivere Verbindung der Schulfächer Englisch und Latein argumentiert. Dabei sollen die Förderung der Mehrsprachigkeit und des lebenslangen Sprachenlernens im Vordergrund stehen, was mit Hilfe mit Beispielen aus der Unterrichtspraxis untermauert wird.
 
Peter Kuhlmann
Das Lateinportfolio – neue Wege zum eigenverantwortlichen Lernen
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50-68
Ausgehend von Europäischen Sprachenportfolios, die im modernen Fremdsprachenunterricht angewandt werden, stellt Peter Kuhlmann (Göttingen) ein Portfolio für den Lateinunterricht vor, das sich zum einen an den Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen orientiert, zum anderen aber
auch didaktische Besonderheiten aufweist. Diese Besonderheiten zielen auf ein speziell für die alten Sprachen entwickeltes Konzept ab, das laut Autor in didaktischer Hinsicht die neusprachlichen Portfolios übertrifft.
 
Tuulia M. Ortner
Der Latein-Effekt –
Schult Lateinunterricht die kognitiven Fähigkeiten?
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69-81
Ein nicht selten verwendetes Argument für den Lateinunterricht lautet, dass Latein das logische Denken fördere. In dem vorliegenden Beitrag beschreibt Tuulia M. Ortner (Berlin) die
Auswirkungen von Lateinunterricht auf die kognitiven Fähigkeiten von Schülern der 11. Klasse und kommt zu dem Ergebnis, dass zurzeit keine psychologischen Studien vorhanden sind, die zeigen, dass das Lateinlernen das logische Denken beeinflusst. Jedoch konnten die durchgeführten Studien
Effekte auf sprachliche Fähigkeiten nachweisen.
 
Lena Peilicke
Viel allein hilft nicht viel – Eine Analyse der lateinisch-englischen Wortverweise in Unterichtswerken für den Latein- und Englischunterricht
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82-101
Lena Peilicke (Berlin) analysiert in ihrem Artikel die lateinisch-englischen Wortverweise in Unterrichtswerken für den Latein- und Englischunterricht. Sie belegt, dass dies bisher in unterschiedlichem Maße erfolgt ist. Darüberhinaus untersucht sie, an welchen Stellen dies sinnvoll oder auch kontraproduktiv wirkt und wie die verschiedenen Sprachfächer aufeinander abgestimmt sind.
 
Katrin Siebel
Lateinischer Wortschatz als Brücke zur Mehrsprachigkeit? Eine Durchsicht des Aufgabenspektrums aktueller Lateinlehrwerke
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102-132
Der Artikel von Katrin Siebel (Berlin) versteht sich als ein Beitrag zur mehrsprachigen Wortschatzarbeit aus der Perspektive der Lateindidaktik. Nach theoretischen Vorüberlegungen, welche curriculare Vorgaben und entsprechende Bewertungskriterien miteinbeziehen, folgt eine Analyse der sprachenübergreifenden Übungen innerhalb der Lehrwerke. Dabei werden Übungstypologien herausgearbeitet und in Hinblick auf ihre Funktionalität betrachtet. Ein Resümee und Optimierungsvorschläge bilden den Abschluss des Artikels.
Theo Wirth
Unfaire Latein-Kritik
PDF Icon (PDF-Datei, 0,6 MB)

133-140

Theo Wirth (Zürich) greift in seinem Artikel die Kritik von Elsbeth Stern auf, die behauptet, dass der Lateinunterricht bei dem Erwerb weiterer Fremdsprachen nicht hilfreich und auch aus einigen weiteren Gründen nutzlos sei. Wirth versucht dies zu widerlegen und wirbt vielmehr für eine engere Zusammenarbeit der verschiedenen Sprachfächer.
 
Reinhard Lamp
William Fynderne, † 1444, & Ehefrau Elizabeth Kyngeston – St. Mary’s, Childrey, Berkshire
PDF Icon (PDF-Datei, 1,8 MB)

William Fynderne, d. 1444, & Wife Elizabeth
Kyngeston – Childrey, St. Mary’s, Berkshire
PDF Icon (PDF-Datei, 1,8 MB)

141-156




157-171

Reinhard Lamp (Hamburg) bietet eine ausführliche Beschreibung, Analyse und Interpretation einer Grabplatte mit mittellateinischen Inschriften aus Berkshire, Südengland. Ausgehend vom Abrieb der Grabplatte werden die grafischen und sprachlichen Schwierigkeiten der Inschriften des 15. Jahrhunderts eingehend erläutert und die stilistische Gestaltung des Textes im historischen Kontext dargestellt.
Reinhard Lamp (Hamburg) offers a detailed description, analysis and interpretation of a sepulchral brass with Latin inscriptions from Berkshire, UK. Starting from the rubbing of the brass, the author explains the graphical and linguistic difficulties of the 15th c. inscriptions and depicts the stylistic composition of the text in its historical context.

 

Pegasus 1/2010

Wolfram Ax
Quintilian für Lehrer. Bemerkungen zu Buch 1 und 2 der Institutio oratoria
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PDF Icon Tabelle 1 (PDF-Datei, 0,2 MB)
PDF Icon Tabelle 2 + 3 (PDF-Datei, 0,2 MB)
PDF Icon Texte (PDF-Datei, 0,2 MB)
1-18
Quintilian für Lehrer? Was könnte ein römisches Handbuch der Rhetorik, die Institutio oratoria aus den Jahren 93-95 n. Chr., für die Schule heute noch bedeuten? Der Beitrag versucht, eine Antwort auf diese Frage zu geben. Ausgehend vom Ideal des orator perfectus, von dem die gesamte Institutio bestimmt ist, stellt Wolfram Ax (Köln) anhand ausgewählter Texte Quintilians Pädagogik in ihren Grundzügen dar. Sie erweist sich als eine Pädagogik von zeitlos wertvoller Humanität, die insofern besonders überrascht, als sie unter dem literatur- und bildungsfeindlichen diktatorischen Regime des Domitian propagiert wurde.
 
Markus Bayer
Cato maior im Lateinunterricht - Aufstieg und Fall eines Vorzeigerömers
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19-60
In der vorliegenden Arbeit untersucht Markus Bayer (Berlin) die Bedeutung des älteren Cato für den Lateinunterricht in deutschen Schulen. Dabei kommen zwei Aspekte in Betracht, die sich nicht immer eindeutig voneinander trennen lassen: Erstens wird geklärt, welche unterschiedlichen Interpretationen die historische Persönlichkeit des Zensors zu verschiedenen Zeitpunkten erfuhr und welchen Niederschlag diese im Lateinunterricht fanden. Zweitens wird der Stellenwert Catos als unterrichtsrelevanter Schulautor ermittelt. Als Hintergrund einer solchen Analyse wird gleichzeitig die Zielsetzung des altsprachlichen Unterrichts im Wandel der Zeiten reflektiert. Den älteren Cato als Gegenstand einer solchen Untersuchung auszuwählen, gibt es gute Gründe: Erstens hat Cato sich in sehr unterschiedlichen Bereichen des römischen Gesellschaftslebens einen Namen gemacht, weshalb seine Person auch vielfache Anknüpfungsmöglichkeiten im Unterricht bietet. Zweitens ist seine Persönlichkeit schon in der Antike recht widersprüchlich bewertet worden, sie trug den Kristallisationspunkt der unterschiedlichen Auslegungen gleichsam bereits zu Lebzeiten in sich. Drittens zählt er nicht zu dem engen Kreis der „Klassiker“, deren schulische Bedeutung zwar ebenfalls gewissen Schwankungen unterliegt, die aber gleichzeitig einen so festen Sitz in der Tradition des Lateinunterrichts haben, dass ihre Relevanz für den altsprachlichen Unterricht kaum je in Frage gestellt wurde. Der Fall Catos ist also gerade durch seine curriculare Randständigkeit interessant.
 
Stefan Kipf
Romani bellum amabant - Zur Entwicklung des Römerbildes in den lateinischen Unterrichtswerken seit 1945
PDF Icon (PDF-Datei, 0,3 MB)
61-88
Das in lateinischen Lehrwerken seit 1945 gezeichnete Bild Bild der Römer ist von großen Unterschieden geprägt. Das Spektrum reicht von einer unkritischen Idealisierung ‚römischen Mannestums’ bis hin zu einem eher multiperspektivischen Zugang. Im Artikel analysiert Stefan Kipf (Berlin) die verschiedenen Lehrbuchgenerationen bis zur Gegenwart; auf der Grundlage der historischen Analyse werden am Ende didaktische Folgerungen für die künftige Lehrbuchentwicklung formuliert.
 
Robert Reisacher
Was das Böse mit dem Apfel zu tun hat oder auch: Wie kommt Bruce Willis in die Lateinstunde? – Spätantike und mittelalterliche Rätsel im Lateinunterricht
PDF Icon (PDF-Datei, 0,3 MB)
Anhänge:
PDF Icon Anhang 1 (PDF-Datei, 0,3 MB)
PDF Icon Anhang 2 (PDF-Datei, 0,3 MB)
PDF Icon Anhang 3 (PDF-Datei, 0,3 MB)
PDF Icon Anhang 4 (PDF-Datei, 0,3 MB)
89-113
Dass Latein so manchem Schüler ein Rätsel ist, müssen nicht wenige Lehrkräfte täglich aufs Neue feststellen. In seinem Beitrag stellt Robert Reisacher (Augsburg) eine Textsorte vor, die diesen Umstand wörtlich nimmt: Lateinische Rätsel aus der Spätantike und dem Mittelalter. Die Ausführungen haben zwei Ziele. Interessierte Lateinkolleginnen und -kollegen sollen einführende Hintergrundinformationen zu den Rätseln an die Hand bekommen. An konkreten Textbeispielen wird dann aufgezeigt, wann und in welchem Rahmen die Lektüre solcher Aenigmata möglich und sinnvoll erscheint. Auch die infrage kommenden Bezüge zur Lebenswelt der Schüler werden dargelegt. Arbeitsblätter der hier präsentierten Texte, die im Unterricht größtenteils bereits erprobt sind und als Download zur Verfügung gestellt werden, runden den Artikel ab.
 
Katharina Tummuseit
114-135
Der Aufsatz von Katharina Tummuseit (Bonn/Berlin) will anhand einer valenzgrammatischen Unterrichtseinheit Materialien bereitstellen, die entweder in eine Unterrichtsreihe zur römischen Frauengestalt der Lucretia eingebunden werden oder dazu anzuregen können, weitere lateinische Texte für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und II mittels der hier vorgestellten valenzgrammatischen Übersetzungsmethode aufzubereiten. Umfangreiche Materialien werden zur Verfügung gestellt.
Reinhard Lamp
FLORILEGIUM
Eine Sammlung lateinischer Inschriften auf spätmittelalterlichen Grabsteinen aus englischen Kirchen
II. Wollhändler:
II.1 Die beiden Lyndewodes, St. Cornelius, Linwood, Lincolnshire
PDF Icon (PDF-Datei, 0,6 MB)

II.2 Die Brüder Browne, All Saints, Stamford, Lincolnshire
PDF Icon (PDF-Datei, 0,6 MB)

FLORILEGIUM (Englisch)
A Selection of Latin Inscriptions on late-medieval Brasses from English Churches
II. Wool-merchants:
II.1 The Two Lyndewodes , St. Cornelius, Linwood, Lincolnshire
PDF Icon (PDF-Datei, 0,6 MB)

II.2 The Browne Brothers, All Saints, Stamford, Lincolnshire
PDF Icon (PDF-Datei, 0,6 MB)

Die Artikel werden in deutscher und englischer Sprache publiziert.
136-154








173-189




155-172








190-205
Die Reihe FLORILEGIUM findet ihre spannende Fortsetzung. Reinhard Lamp (Hamburg) stellt lateinische Inschriften vor, die auf Grabplatten englischer Wollhändler zu finden sind.
 

Pegasus 2/2009

Rainer Bölling
Lateinische Abiturarbeiten am altsprachlichen Gymnasium von 1840-1990
PDF Icon (PDF-Datei, 0,2 MB)
1 - 29
Rainer Bölling (Erkrath) beleuchtet in seinem Artikel ein wichtiges, bisher zu wenig beachtetes Kapitel in der langen Geschichte des Lateinunterrichts: Am Beispiel des Friedrichs-Gymnasiums in Herford bietet er einen ausgesprochen instruktiven Längsschnitt der Anforderungen und Leistungen in lateinischen Abiturarbeiten von der Mitte des 19. bis zum Ende des 20 Jahrhunderts. Dabei wird auch mancher Mythos aus der vermeintlich goldenen Zeit des Lateinunterrichts auf ein realistisches Maß reduziert. Im Anhang sind verschiedene Abiturarbeiten dokumentiert.
 
Edwin Kleis
Warum opfern Philemon und Baucis die Gans nicht? Beobachtungen nach einer „befangenen” Lektüre des Mythos (Ov. met. 8,611 - 724)
PDF Icon (PDF-Datei, 0,2 MB)
30 - 46
Edwin Kleis (Mayen) geht in diesem Aufsatz der Frage nach, wie die Geschichte um Philemon und Baucis wohl wirkt, wenn man sie mit einer gewissen „Befangenheit“ liest, die sich aus der Kenntnis von Grimms Märchen ergibt, und zwar, als ob es eine Kindergeschichte mit der pädagogischen Absicht sei, die den moralischen Wert der Gastfreundschaft darstellt. Er vergleicht diese Geschichte mit dem Märchen „Der Arme und der Reiche“ der Brüder Grimm sowie mit der Fassung von Georg Goyer, „Die Reiche und die Arme“, die den Stoff ebenfalls behandelt. Die beiden modernen Märchen wenden sich an Kinder in erzieherischer Absicht. Zunächst arbeitet er heraus, dass bei Ovid weniger deutliche Gegensätze zu finden sind als in den Märchen. In einem zweiten Teil ordnet er Ovids Dichtung zeitgeschichtlich ein und setzt sie in Beziehung zu möglichen Erwartungen des Kaisers Augustus, die Ovid jedoch nicht zu erfüllen scheint, sondern an denen er vielmehr Kritik übt.
 
Uwe Meyer
„Die Muse“ – Populäre Antikerezeption am Beispiel einer Episode der Fernsehserie Star Trek: Voyager
PDF Icon (PDF-Datei, 0,3 MB)
47 - 84
Dass die Star Trek-Reihe eine Fundgrube für die Rezeption und Transformation der Antike darstellt, hat seit einigen Jahren auch die Altertumswissenschaft erkannt. Uwe Meyer (Bamberg) liefert mit seinem Beitrag einen kreativen Vorschlag, Star Trek auch im Griechischunterricht einzusetzen, indem er die Schülerinnen und Schüler zu einer Auseinandersetzung mit dem griechischen Theater und seiner Aufführungspraxis anregen will.
 
Reinhard Lamp
FLORILEGIUM
Eine Sammlung lateinischer Inschriften auf spätmittelalterlichen Grabsteinen aus englischen Kirchen
I. Frauenbildnisse
PDF Icon (PDF-Datei, 0,6 MB)

FLORILEGIUM (Englisch)
A Selection of Latin Inscriptions on late-medieval Brasses from English Churches
I. Brasses to Ladies
PDF Icon (PDF-Datei, 0,6 MB)

Die Artikel werden in deutscher und englischer Sprache publiziert.
85 - 113





114 - 143
Reinhard Lamp (Hamburg) stellt ein bemerkenswertes Kapitel der europäischen Kulturgeschichte vor, in dem die lateinische Sprache eine prominente Rolle spielt. Mittelalterliche Grabinschriften aus englischen Kirchen erlauben nicht nur faszinierende Einblicke in diese vergangene Zeit, sondern zeigen exemplarisch das vielfältige Fortleben des Lateinischen über die Antike hinaus. Aus der instruktiven Darstellung Lamps dürften auch interessante Anregungen für den Unterricht erwachsen. Es handelt sich um den Auftakt einer kleinen Reihe: nach den Frauenbildnissen werden in den nächsten Ausgaben weitere Beispiele aus dem mittelalterlichen Leben präsentiert werden.
 

Pegasus 1/2009

Stefan Kipf
1 - 19
Historische Didaktik dient nicht einer ausschließlich positivistisch ausgerichteten Rekonstruktion der Vergangenheit. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte der eigenen Fächer schafft vielmehr ein fundiertes Verständnis für die Bedingtheit der aktuellen bildungspolitischen, didaktischen und methodischen Situation, ist weitgehend unabhängig von didaktischen Moden und liefert wertvolle Impulse zu einer erfolgreichen Weiterentwicklung des Unterichts in Theorie und Praxis. Dies wird an einem für den altsprachlichen Unterricht zentralen Problem, der Texterschließungmethodik, veranschaulicht.
 
Michael Lobe
20 - 49
Sind die USA ein Imperium wie einst Rom, und wenn, befindet sich Amerika dann in der Phase des Aufstiegs oder Abstiegs?
Der Beitrag will eine Übersicht über die aktuelle Literatur zu diesem Thema leisten, in der explizit oder implizit die USA mit dem Imperium Romanum verglichen wird. Berücksichtigung finden dabei amerikanische wie europäische Ansätze, Sichtweisen neokonservativer amerikanischer Think tanks ebenso wie die von Amerika-Skeptikern sowie Thesen von Politikwissenschaftlern, Historikern und Journalisten. Zudem soll ein Ausblick in die Zukunft der globalen Rolle der USA und des von ihr verkörperten politisch-gesellschaftlichen Systems versucht werden.
 
Johannes Müller-Lancé
50 - 71
Seit ihrer Begründung als Fachwissenschaft galt die deutschsprachige Romanistik als sichere „Bank“ für das Lateinische. Ein Studium oder gar eine berufliche Karriere in der Romanischen Philologie war über viele Jahrzehnte ohne fundierte Lateinkenntnisse nicht nur undenkbar, sondern auch durch Prüfungsordungen unmöglich gemacht.
Diese Bank aber bröckelt seit einigen Jahren: Zum einen dadurch, dass die Romanistik zunehmend in ihre Einzeldisziplinen zerfällt (Sprach- vs. Literaturwissenschaft bzw. Französisch vs. Italienisch vs. Spanisch etc.) und die historische Dimension in Lehre und Forschung immer weniger Raum einnimmt, zum anderen durch die Umstellung der Studiengänge im Rahmen des sog. „Bologna-Prozesses“.
Der Artikel zeigt auf, in welchen Bereichen der Romanistik nach wie vor auf Lateinkenntnisse zurückgegriffen werden kann und muss. Weiterhin wird darauf eingegangen, wie ein Lateinkurs aussehen könnte, der sich an romanistischen Interessen orientiert.
 

Pegasus 2/2008

Paul Barone
Europa und die griechische Aufklärung
Eine Bildungsaufgabe des Griechischunterrichts
1 - 25
„Wir brauchen Aufklärung im besten Sinne des Wortes“ (Johannes Rau) – Aufklärung, verstanden als Versuch, den Menschen durch Vernunft zu befreien, bleibt auch heutzutage ein vorrangiges Bildungs­ziel. Unter diesem Gesichtspunkt geht der Aufsatz der Frage nach, wie der Griechischunterricht dazu beitragen kann, den Schülerinnen und Schülern Aufklärung als eine der grundlegenden Orientierungen unserer europäischen Kultur zu vermitteln. Es wird eine Unterrichtseinheit vorgestellt, die versucht, im Vergleich mit der modernen Aufklärung die griechischen Ursprünge des europäischen Vernunft- und Freiheitsdenkens freizulegen und nach deren bleibender Bedeutung zu fragen.

 

Jessica Ott
26 - 52
Portfolioarbeit und Selbstevaluation spielen im altsprachlichen Unterricht bisher eine untergeordnete Rolle. Jessica Ott (Gießen) hat bin einer umfangreichen Studie untersucht, inwieweit die Selbstevaluation Schülern durch die Verbesserung selbstständigeren Arbeitens dazu verhelfen kann, in der zentralen Kompetenz des Faches Latein, dem Übersetzen lateinischer Texte ins Deutsche, gestärkt zu werden. Hierfür hat die Autorin für eine 7. Klasse im 2. Lernjahr einen Selbstevaluationsbogen, ein Lerntagebuch und Freiarbeitsmaterialien entworfen. Ganz offensichtlich kann die Selbstevaluation bemerkenswerte Impulse für den Unterricht bieten. Im Anhang sind umfangreiche Arbeitsmaterialien der Schüler dokumentiert.
 
Edzard Visser
53 - 88


Es gibt wohl kaum einen Autor im Bereich der alten Sprachen, der in den letzten Jahren einem breiten Publikumskreis derart intensiv ins Bewusstsein gerückt wurde wie Homer. Der Troia-Film von Wolfgang Petersen, die Kontroverse um die Grabungsergebnisse von Troia und die aufsehenerregenden Theorien von Raoul Schrott inclusive seiner neuen Ilias-Übersetzung wurden über die Medien in einer bislang unbekannten Intensität auch außerhalb des wissenschaftlichen und schulischen Rahmens diskutiert. Es ist jedoch nicht nur dieser Befund, der es notwendig erscheinen lässt, die Entwicklung der Homerforschung in einem konzisen Überblick vorzustellen. Ebensfalls erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass die Beschäftigung mit den homerischen Epen inzwischen relativ wenig mit der Textdeutung, wie sie früher betrieben wurde, zu tun hat. Stattdessen haben sich die Soziologie, die Psychologie und der Strukturalismus im Interpretationsbereich fest etabliert. Darüber hinaus wurden die homerischen Epen intensiven Analysen durch Historiker, Archäologen und Sprachwissenschaftler unterzogen, mit zum Teil sehr aufschlussreichen Ergebnissen. Dieser  Entwicklung entsprechend stellt der ausgewiesene Homer-Kenner Edzard Visser die Hauptlinien der Homerforschung  der letzten 20 Jahre dar; dabei fließen auch didaktische Aspekte in die Betrachtung ein.
 
 

 

 

Pegasus 1/2008

Thomas Kellner
1 - 15
In einem knappen historischen Überblick soll gezeigt werden, dass sich die Existenz unterschiedlicher Humanismuskonzeptionen aus der Einwirkung vieler ideengeschichtlicher Faktoren erklärt. So stehen humanistische Ansätze in permanenter Wechselwirkung mit realistischem, christlichem, historistisch-hermeneutischem und nationalem bzw. europäischem Gedankengut.
Außerdem macht die historische Analyse deutlich, wie stark der Humanismus schon die neuzeitliche Schulgeschichte bis ins 18. Jahrhundert und besonders die deutsche Gymnasialgeschichte seit Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts mitprägte. Dennoch setzte schon in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts eine teilweise massive moralisch, wissenschaftsmethodisch und grundsätzlich weltanschaulich motivierte Humanismuskritik ein. Diese Vorbehalte gegen den Humanismus wurden im Rahmen der wissenschaftlichen Pädagogik von dialektisch-theologischer, existentialistischer Seite und verstärkt ab Mitte der 60er Jahre von den Vertretern der sog. „Realistischen Wende“ vorgetragen. Gegenwärtig wird angesichts der unangefochtenen Dominanz realistisch-pragmatischer bildungstheoretischer Konzepte der Humanismus in der (gymnasial)pädagogischen Diskussion weniger argumentativ bekämpft, denn angesichts seines zunehmenden gesellschaftlichen Bedeutungsverlusts stillschweigend marginalisiert.
 
Anne Schlichtmann
16 - 29


Die Antigone des Sophokles gehört zu den Standardlektüren des Griechischunterrichts. Anne Schlichtmann eröffnet für diese Lektüre eine interessante und interpretatorisch ausgesprochen ertragreiche Perspektive, indem sie Jean Anouilhs Antigone unter dem Aspekt der Antikentransformation im Verhältnis zur antiken Vorlage analysiert.
 
Michael P. Schmude
30 - 41
Nach Abschluss der Spracherlernungsphase erleben Latein- wie Griechischlehrer immer wieder, dass Schüler, welche in den Lektionen des jeweiligen Lehrwerks alle sprachlichen Hürden des Griechischen brav und tapfer genommen haben, nun vor den Originaltexten wie vor unüberwindlichen Hindernissen stehen – der bekannte „Lektüre-Schock“. Hier bedarf es eines Angebotes von Lektüren, welche von ihrer sprachlichen Gestalt (bei Vollständigkeit der Phänomene) und einem ‚greifbaren’ Inhalt her die Übergangsschwierigkeiten zwischen Lehrbuchtext und Original zumindest spürbar entschärfen. Als eine – wie stets von mehreren – Möglichkeit(en) in ebendiesem Sinne hat sich nach Erfahrungen von Michael P. Schmude die Apostelgeschichte des Lukas gezeigt, die im Lektürekanon des schulischen Unterricht ansonsten eher eine Nebenrolle spielt, im vorliegenden Artikel aber im Mittelpunkt stehen soll.
 
Bernhard Zimmermann
42 - 55
Bernhard Zimmermann zeigt in seinem für die schulische Lektüre bedeutsamen Beitrag, dass eine einschichtige Interpretation Catulls von vorneherein zum Scheitern verurteilt ist. Für die Leser gilt es vielmehr, die verschiedenen Ebenen der Gedichte zu entschlüsseln: den zeitgenössischen politischen und gesellschaftlichen Kontext, die Bedeutung des Dichterzirkels und vor allem die vielfältigen literarischen Traditionen, auf die der Dichter teils offen, teils versteckt, teils in verrätselter Form anspielt.
 

 

Pegasus 2/2007

Sabine Doff / Stefan Kipf
1 - 14
Die bundesdeutsche Schullandschaft ist in Bewegung: Schulzeitverkürzung und der Frühbeginn des Fremdsprachenunterrichts sind nur zwei Beispiele, die aber direkte Folgen für den Unterricht haben. Diese Veränderungen erfordern, über die bisherigen Denkmuster hinauszugehen und Neues zu wagen: Müssen wir durch den Verlust an Lernzeit nicht gezielt nach Entlastungen für die Schüler suchen? Ist es daher nicht endlich an der Zeit, eine sinnvolle Kooperation zwischen neuen und alten Sprachen anzustreben? Vor diesem Hintergrund stellen Sabine Doff und Stefan Kipf ein neues Forschungsprojekt vor, in dem erstmals unter Beteiligung von Anglistik und Latinistik versucht wird, ein systematisches Konzept für die Zusammenarbeit von Englisch- und Lateinunterricht zu erarbeiten.

Henning Hufnagel
15 - 29


Henning Hufnagel zielt in seinem Beitrag nicht auf die Analyse bestimmter Aspekte der antiken Rhetorik, sondern auf ihren praktischen Nachvollzug. Zu lesen ist also eine Rede – ein Text nach den Maßgaben der antiken Schulrhetorik und, der Tradition der declamationes folgend, zu einem heiklen Gegenstand: Es gilt, den Putschisten Catilina gegen Cicero zu verteidigen. Der Beitrag Henning Hufnagels ist zugleich ein Plädoyer dafür, bei der Vermittlung von Themen und Textformen im altsprachlichen Unterricht auch einmal mit Techniken des kreativen Schreibens zu experimentieren.

Angelika Lozar
30 - 40
In ihrem Beitrag "Musen und Grazien - die Philologin und Übersetzerin Anne Dacier (1647-1720)" stellt Angelika Lozar Biographie und Lebenswerk Anne Daciers vor, die sich durch zahlreiche Editionen und Übersetzungen griechischer und lateinischer Autoren, vor allem aber der Epen Homers einen Namen gemacht hat, die auch nach dem Urteil der modernen Forschung zur Homerrezeption noch immer zu den bedeutendsten Homerübersetzungen des 18. Jahrhunderts zählen. Abgesehen von der zeitgenössisch ungewöhnlichen Tatsache, dass Anne Dacier sich als Frau auf einem wissenschaftlichen Gebiet hervorgetan hat, das nach damaligen Bildungsvorstellungen ausschließlich den Männern vorbehalten war, so verdient ihre Leistung auch heute noch deshalb Anerkennung, weil sie mit ihrer - äußerst umstrittenen -  Grundsatzentscheidung, antike Dichtung in Prosa wiederzugeben, durchaus als wegweisend gelten dürfte.
Mit dem Artikel soll eine kleine Reihe zu historischen Frauengestalten und ihrem auch bildungsgeschichtlich bedeutsamen Verhältnis zur Klassischen Antike eröffnet werden, in der in einem zweiten Beitrag Annette von Droste-Hülshoff als Vergilübersetzerin und im dritten Teil Elisabeth von Österreich als Verfasserin altgriechischer Dichtung vorgestellt werden sollen.

Bernhard Zimmermann
41 - 55
Keine andere Gestalt der griechischen Mythologie hat die Phantasie so angeregt wie Odysseus. Seit den homerischen Epen bis in die Gegenwart hinein faszinierte er immer wieder Künstler, Komponisten und Literaten aufs neue. Bernhard Zimmermann stellt zunächst den Odysseus der Odyssee vor und gibt anschließend anhand zahlreicher Textbeispiele einen Einblick in die vielfältige Rezeption der Odysseus-Gestalt: Pindar, Sophokles, Euripides, Ovid, Boccaccio, D'Annunzio und Foscolo sind nur einige wichtige Stationen dieser bewegten Rezeptionsgeschichte.

 

 

Pegasus 1/2007

Peter Hibst
1 - 30
Peter Hibst gibt einen äußerst instruktiven Einstieg in die Lektüre der Utopia des Thomas Morus. Sein didaktischer Schwerpunkt liegt darin, die Schüler in utopisches Denken einzuführen, nicht als Mittel der Weltflucht, sondern um ein vernunftgeleitetes, auf Veränderung gerichtetes Verhalten zu fördern. Hibst liefert zusätzlich umfangreiche Unterrichtsmaterialien.

Peter von Möllendorff
31 - 45


„Intellektuelle Bildung (...) und die Frage, wie man sie erwirbt und wie man sie zu leben hat“ sind zentrale Themen im Œuvre des Syrers Lukian aus Kommagene (ca. 120 bis nach 180 n. Chr.), denen sich der Beitrag von Peter von Möllendorff widmet. Denn Bildung wird „seit dem ersten vorchristlichen Jahrhundert zunehmend zu einem Statussymbol der griechischsprachigen lokalen Oberschichten, ermöglicht neben dem Vermögen politischen Einfluss und – bis hin zum Kaiserhof - Autorität. Doch führt der Bildungsehrgeiz auch zu heftigster Konkurrenz der Intellektuellen und es erstaunt nicht, „dass Bildung bisweilen nur vorgetäuscht wird und dass sich die wirklich Gebildeten um die Entlarvung solcher Scharlatane bemühen“, etwa auch von Lukian in satirischer Form. Anhand ausgewählter Textbeispiele geht Peter von Möllendorff der Frage nach, „was denn aus der Sicht dieses eminenten Intellektuellen zum Bildungsstandard seiner Zeit gehört, wie man bloße Bildungsprätention enttarnt und auf wie viele verschiedene Weisen ein nicht wirklich Gebildeter sich in jener Zeit blamieren kann.“

Nikolaus Thurn
46 - 56
Die neulateinische Literatur gewinnt im Lateinunterricht zunehmend an Bedeutung. Nikolaus Thurn, ein hervorragender Kenner dieses Teilfachs der Latinistik, gibt einen ebenso kurzweiligen – der hier veröffentlichte Aufsatz bewahrt den ursprünglichen Vortragscharakter – wie  informativen Überblick über Gegenstand und Forschung, Gattungen und Vertreter der neulateinischen Sprache und Literatur. Eine ideale Lektüre für eine erste Orientierung über die neulateinische Literaturgeschichte.


Dorothea Weiß
57 - 110
Im Lateinunterricht kann mit Hilfe des Übersetzungsvergleichs die Reflexion und Auseinandersetzung mit dem Übersetzen deutlich gefördert werden. Den Schülern sollte deutlich werden, dass wesentliche Teile eines Gedichts eigentlich nicht übersetzbar sind, sondern dass eine Übersetzung vielmehr stets nur eine Deutung des Originals sein kann. Dorothea Weiß liefert anhand Catulls c. 8 anregende Vorschläge für einen gelungenen Übersetzungsvergleich. Drei Anhänge bieten zudem wertvolles Material: Anhang 1 (Text und Übersetzungen); Anhang 2 (Texte zur Übersetzungstheorie); Anhang 3 (drei ausführliche Übersetzungskritiken zu Catulls c. 8).

 

Pegasus 2+3/2006

Harald Schwillus
1 - 12
Christentum und Kirche gehören ebenso wie die Überlieferungen der klassischen Antike untrennbar zur europäischen Kultur. Welche Bedeutung die christliche Tradition jedoch im Rahmen einer sich als plural beschreibenden Gesellschaft einnehmen soll, wird kontrovers diskutiert. Wie mit den Überlieferungen angesichts von Säkularisierung und Individualisierung umgegangen werden kann, ist eine wichtige Frage moderner Religionsdidaktik und Bildungsforschung, die die Selbstbildung des Menschen zum Ziel haben. In einem solchen Kontext kann Tradition zu einer Perspektive werden, die dem Menschen Freiräume eröffnet, indem sie der scheinbar normativen Kraft des Faktischen widerspricht. Als pädagogische und didaktische Konsequenz ist daher ein nicht-traditionaler Umgang mit Tradition zu gestalten.

Dietrich Stratenwerth
13 - 27


Latein als Mutter der romanischen Sprachen wird nicht nur auf den ersten Seiten der Lehrbücher erwähnt, sondern auch gern als Argument für die Wahl des Lateinischen angeführt. Im Unterricht dann wird immer wieder auch Bezug auf die romanischen Sprachen genommen, um durch die Vernetzung der Sprachkenntnisse vor allem die Wortschatzarbeit zu unterstützen. Dies wird auch durch Lehrbücher gefördert.

Um auf diesem Gebiet mehr Informationen und vor allem konkrete Unterstützung zu bieten, hat Herr Stratenwerth über Jahre seine Kenntnisse der verschieden Sprachen und ihrer Entwicklung sowie Erfahrungen aus der Unterrichtspraxis ausgewertet. Er führt nicht nur detailreich in das Thema ein, sondern beleuchtet auch problematische Aspekte und liefert durch Tabellen darüber hinaus Material, das – ganz nach Bedarf verändert – direkt im Unterricht eingesetzt werden bzw. als Anregung dienen kann.

Stefan Kipf
28 - 46
Caesar nimmt in der Geschichte des Lateinunterrichts eine einzigartige Stellung ein: Wohl kein anderer Autor wurde und wird als der "römischste Römer" mit dem Lateinunterricht so identifiziert, dass beide wie selbstverständlich zusammenzugehören scheinen. In der Tat hat Caesar jedoch nicht nur Spracherwerb und Lektürepraxis, sondern darüberhinaus auch das Erscheinungsbild des gesamten Lateinunterrichts geprägt. Mit Sicherheit ist es vor allem der jahrzehntelangen Praxis der Caesar-Lektüre zu danken, dass auch heute noch mit dem Lateinischen zuallererst grammatischer Drill und militärische Taten, weniger Dichtung oder Philosophie identifiziert werden. Der Eindruck trügt nicht, als bündelten sich in der Lektüre des Bellum Gallicum wie in einem Brennglas alle wichtigen formalen und inhaltlichen Ziele, Fachleistungen und Wandlungen des Lateinunterrichts im Laufe seiner Geschichte. Am Beispiel der Caesar-Lektüre spürt der Vortrag diesen Wandlungen nach und schlägt dabei einen Bogen vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart.


Peter Habermehl
47 - 61
Peter Habermehl präsentiert eine interessante Auswahl aus dem Werks Martials, das sich recht deutlich von bisherigen Textarrangements unterscheidet. Er bietet u.a. Texte zu den Themen Die Stadt Rom, Auf Roms Straßen, Typische Zeitgenossen, In der Arena, Triebleben und Der Dichter.

Michael Wenzel
62 - 75
Sexualität und Erotik spiegeln in ihren Formen und Spielarten ein Stück Kultur- und Sittengeschichte wider. Sie sind weitgehend vom Zeitgeist, vom jeweiligen Freiheitsbegriff und dem Verhältnis zu Religion, Moral und Körper abhängig. Michael Wenzel zeigt, wie anhand dreier Epigramme Martials (II 80, VI 91, XII 16), in denen der scharfzüngige Spötter ebenso geistreich wie anzüglich das Sexualleben seiner Zeitgenossen aufs Korn nimmt, den Schülern auf verblüffend unterhaltsame Weise Einblicke in die römische Gesellschaft und in ihre Werte vermittelt werden können.


Michael Lobe
76 - 83
Ausgehend vom modernen medizinisch-soziologischen Befund des Gegenwartsmenschen als histrionischen Sozialcharakters werden an Martials Epigramm 3, 43 und einem zeitgenössischen Cartoon des deutschen Dichters und Malers Robert Gernhardt Maskenmenschen vorgeführt. Ein Vergleich beider fast zwei Jahrtausende auseinanderliegenden Texte zeigt bemerkenswerte Parallelen zwischen dem antiken und zeitgenössischen Satiriker auf. Nicht zuletzt versteht sich der Beitrag als Hommage an den am 30.06.2006 verstorbenen Robert Gernhardt.

 

Pegasus 1/2006

Andreas Hensel
1 - 14
Der Aufsatz liefert ein unterrichtspraktisches Beispiel für eine moderne lateinische Lehrwerkstunde, die Fach-, Sozial- und Methodenkompetenz der Schüler sowie deren unterschiedliche Lerntypen in gleicher Weise im Auge hat und auf der Grundlage eines transphrastischen Modells der Texterschließung und des handlungs- und produktionsorientierten Ansatzes Perspektiven eines zeitgemäßen Lateinunterrichts entwirft. Am Beispiel eines Textes aus dem Lehrwerk PRIMA (Raub der Sabinerinnen) wird gezeigt, wie auch innerhalb der Einzelstunde den didaktischen Prinzipien der Schülerorientierung, Eigenverantwortung und Selbsttätigkeit genügt werden kann.

Eva Elm
15 - 26


Frauen wurden von Lehrern wie Hieronymus gezielt zur Verbreitung des Christentums geworben. Das Christentum bot den Frauen aber auch neue Möglichkeiten der Lebensgestaltung und der sozialen Aufwertung: So führte zunächst das Martyrium als zweite Taufe, nach Beendigung der Christenverfolgungen dann die Askese als „innerweltliches Martyrium“ zur Nivellierung der Geschlechtsunterschiede und zur Überwindung der klassischen Rollenverteilung, wenn auch nicht ohne Einschränkungen und negative Folgen für die Frauen. Die Märtyrerakten zeigen, dass Frauen zwar dasselbe Strafmaß wie Männer erhielten, aber in der Darstellung ihrer Martyrien deutliche Unterschiede erkennbar sind.   

Kurzvita
Eva Elm ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fach Mittellateinische Philologie an der FU Berlin. Nach dem Studium in Berlin, Edinburgh und Princeton wurde sie 2000 mit der Arbeit „Die Macht der Weisheit. Die Vita Augustini des Possidius und anderen spätantiken Bischofsviten“ promoviert und arbeitet zur Zeit an einer Habilitationsschrift über die damnatio memoriae.

Peter Habermehl
27 - 43
Peter Habermehl läßt in seinem Beitrag ein lebendiges Bild von Tullia, der Tochter Ciceros, entstehen: Ver­streut über Ciceros reiche Korrespondenz findet sich eine ganze Palette von Nach­richten über Tullia, die sich zu einem faszinierenden Mosaik ihres Lebens zusammenfügen. Eine Auswahl dieser Testimonien, samt Über­setzung und Kommentar, ist als Handreichung für Lehrerinnen und Lehrer gedacht, die z.B. im Rahmen einer thematischen Einheit zur Rolle der Frau in der römischen Gesell­schaft diese Texte mit ihrer Klasse lesen wollen. PD Dr. Peter Habermehl ist als Gräzist an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften tätig.


Henning Hufnagel
44 - 59
Giordano Bruno vermischt in seiner Cena de le ceneri die Gattungen Dialog und Komödie miteinander, um sich darin mit satirischen Mitteln als philosophische Autorität zu inszenieren. Der Aufsatz zeichnet nach, wie Bruno dabei auf die Dialogformen Lukians von Samosata zurückgreift und die Gattungsmischung in Anlehnung an Erasmus poetologisch theoretisiert, um abschließend vorzuführen, wie Bruno die Figur des Pedanten in seinem Dialog handhabt.


Pegasus 2+3/2005

Barbara Demandt
1 - 13
Frau Dr. Demandt beleuchtet in ihrem Artikel über die Pisonen die Hintergründe der vom 22.09.2005 bis 01.01.2006 im Berliner Pergamonmuseum gezeigten Sonderausstellung „Verschüttet vom Vesuv. Die letzten Stunden von Herculaneum“, die zuvor bereits in Haltern zu sehen war und danach in Bremen gezeigt wird. Dabei verfolgt sie die Spuren dieser Familie, mit der sich einige der bekanntesten Schulautoren befasst haben, und verknüpft so die bemerkenswerte Ausstellung mit der Lektüre Caesars, Ciceros, Sallusts, Catulls und Horazens.

Bernd Linke
14 - 28



29 - 40


41 - 45

In seinem Beitrag „Jenseits von Petron und Apuleius: Die Acta Pauli et Theclae als Romanlektüre in der 11. Klasse“ widmet sich Bernd Linke Überlegungen zu einer nicht unproblematischen „bedingten Vorgabe“ des Berliner Rahmenplans für das Fach Latein in der Gymnasialen Oberstufe, in der 11. Jahrgangsstufe einen „antiken Roman“ zu behandeln. Abgesehen davon, dass schon die Wahl dieses für die Antike umstrittenen literarischen Genres bestimmte aus literarhistorischer Perspektive zumindest fragwürdig sein dürft, weist Linke mit Recht auf das Problem einer angemessenen Textauswahl hin, das sich angesichts der überlieferten ‚Romane‘ (Alexander-Roman, Metamorphosen, Apollonios-Roman etc.) unweigerlich stellt, da diese Texte sowohl in sprachlicher Hinsicht als auch inhaltlich und von ihrem Umfang her sich als weitgehend ungeeignet für eine Lektüre in der 11. Jahrgangsstufe erweisen, in der – zumindest in Berlin – nicht selten Schülerinnen und Schüler gemeinsam unterrichtet werden, die aufgrund ihres unterschiedlichen Beginns mit der lateinischen Sprache (L2 oder L3) nicht dieselben Voraussetzungen einbringen.

In den spätantiken Acta Pauli et Theclae, die von dem wundersamen Schicksal der Heiligen Thekla handeln, bietet sich, wie der Autor überzeugend nachweist, aus verschiedenen Gründen, die in dem Beitrag ausgeführt werden, eine sinnvolle Alternative zu den überlieferten heidnisch-antiken Romanen. Bereitgestellt wird ferner der bisher schwer zugängliche Text des Werks, den Linke auf der Grundlage der griechisch-lateinischen Überlieferung erstmalig für den Unterrichtsgebrauch ediert hat. Abgerundet wird der Beitrag durch eine Auswertung der von Linke durchgeführten Unterrichtsreihe zum Thecla-Roman sowie weiterführendes Material.

Gerson Schade
46 - 57
Homers Epen sind in einer Sprache geschrieben worden, die so niemals gesprochen wurde. Jonische und äolische Dialektanteile sind miteinander vermischt, daneben finden sich Archaismen aus vorhomerischen Zeiten. Gerson Schade stellt in seinem Beitrag die wichtigsten Stationen der verwickelten Entdeckungsgeschichte der homerische Kunstsprache vor und bietet im Rahmen der Rubrik Forschung aktuell den neuesten Stand der sprachgeschichtlichen Homerforschung.

Stefan Kipf
58 - 71
Das von Erasmus von Rotterdam und Philipp Melanchthon verwendete Motto „ad fontes“, das die originale Lektüre antiker Autoren nicht nur als wichtigste Voraussetzung für wissenschaftliche Arbeit, sondern auch für eine erfolgreiche Jugendbildung bestimmt, hat im Kern für den altsprachlichen Unterricht immer noch Gültigkeit: Die sprachliche und inhaltliche Auseinandersetzung mit den Originaltexten der griechischen und lateinischen Literatur bildet nach wie vor die Grundlage für die wichtigsten Bildungsziele des altsprachlichen Unterrichts. Allerdings ist diese Position nicht unumstritten: Beispielsweise wird die Beschäftigung mit den Originaltexten, die einen intensiven mehrjährigen Spracherwerb voraussetzt und bei der i. d. R. eine nur geringe Textmenge bewältigt wird, nicht selten als unökonomische Vorgehensweise eingestuft, da die Schüler die Inhalte der Texte einfacher und schneller durch Übersetzungen (wie auch in anderen Fächern) kennen lernen könnten. Daneben gibt es konkrete Vorschläge, insbesondere im Rahmen der Mittelstufenlektüre anstelle originaler Texte adaptierte Fassungen im Unterricht einzusetzen, um die Lektüremenge zu erhöhen und Überforderungen zu vermeiden.

Diese Einwände gegen eine Originallektüre sind ernstzunehmen: Einerseits lenken sie die Aufmerksamkeit auf tatsächlich vorhandene Probleme des altsprachlichen Unterrichts, die nach Möglichkeit minimiert werden sollten; andererseits weisen sie über gut gemeinte didaktische Verbesserungsvorschläge hinaus und stellen den Sinn des altsprachlichen Unterrichts insgesamt in Frage. Es ist daher in jedem Falle lohnenswert, das didaktische und methodische Für und Wider der Originallektüre lateinischer und griechischer Texte sorgfältig gegeneinander abzuwägen, den Wert originaler Lektüre darzustellen sowie Lösungswege zur Verringerung vorhandener Probleme aufzuzeigen.

Michael Hotz
72 - 79

Mit der Einführung von Intensivierungsstunden am achtjährigen Gymnasium in Bayern wurde ein völlig neuer Weg in der (bayerischen) Schulpolitik beschritten. Der vorliegende Artikel will in einem kurzen Überblick die Ziele und Organisation dieser neuen Unterrichtsform, aber auch die Möglichkeiten ihrer praktischen Umsetzung im Lateinunterricht vorstellen.

Pegasus 1/2005

Roland Baumgarten, Norbert Blößner, Stefan Kipf, Felix Mundt, Ulrich Schmitzer
Heiße Bachelor, heiße Master gar...
Die neuen modularisierten Lehramtsstudiengänge Latein und Griechisch an der Freien Universität Berlin und Humboldt-Universität zu Berlin
1 - 27
Seit dem WS 2004/05 sind in Berlin sowohl an der Humboldt-Universität (HU) als auch an der Freien Universität (FU) die neuen Bachelor-Studiengänge (BA) eingeführt. In diesem Überblick werden die BA-Studiengänge der HU und der FU von der Expertengruppe selbst, die diese Studiengänge konzipiert hat, vorgestellt. Der Beitrag bietet somit eine interessante Gegenüberstellung zweier möglicher Realisierungen der neuen modularisierten Lehramtsstudiengängen.

Markus Schauer
28 - 45
Um 1800 hatten die alten Sprachen mit Legitimationsproblemen zu kämpfen, die den heutigen in mancher Hinsicht vergleichbar sind. Eine der Schlüsselfiguren des damaligen bildungspolitischen Disputs war Niethammer, der für das gesamte bayerische Schulwesen ein Reformprogramm durchführte. Niethammers Rolle in Bayern entspricht der Wilhelm von Humboldts in Preußen: Beide hatten etwa dieselbe ministeriale Stellung inne, beide initiierten eine Reform des Schulwesens, beide entwarfen bildungstheoretische Konzepte. In seiner Schrift Der Streit des Philanthropinismus und Humanismus legt Niethammer die theoretische Grundlage für seine Reformen vor. Der folgende Beitrag ist dem Reformer und Bildungspolitiker Niethammer gewidmet, der ein wenig im Schatten seines 'großen Bruders' Humboldt steht, obwohl seine Bildungstheorie gerade in heutiger Zeit wichtige Anregungen geben könnte.

Stephanie Natzel-Glei
46 - 58
In der fachdidaktischen Diskussion wurde immer schon betont, dass der Lateinunterricht auch die muttersprachliche Kompetenz fördere. Dabei dachte man vor allem an den metasprachlichen Wortschatz und an einen sprachreflektorischen Effekt des Lateinlernens, oftmals ohne dies konkret zu explizieren. Der Aufsatz versucht, ausgehend von der gegenwärtigen desolaten Situation der Deutschkenntnisse vieler Abiturienten, die Leistung des Lateinischen für die muttersprachliche Kompetenz didaktisch zu begründen und an Beispielen aus der Praxis aufzuzeigen. Es wird deutlich gemacht, dass schulischer Lateinunterricht die PISA-gebeutelten Sprachkenntnisse unserer ‚Bildungselite‘ ganz wesentlich verbessern könnte.


Pegasus 3/2004

Klaus Bartels
1 - 7
Dieser zweiteilige Beitrag stellt einen kleinen Auszug aus dem neuen Buch von Klaus Bartels dar (Internet à la Scipio, Zürich / Mainz 2004, Philipp von Zabern), das jetzt überall im Buchhandel erhältlich ist. In den beiden Teilen des Beitrags werden die näheren Hintergründe von Inschriften in Rom anregend beschrieben. Zum einen wird die berühmte Grabinschrift des Malers Raffael im Pantheon näher betrachtet, zum anderen die vier Inschriften, die sich auf der Basis des Esquilinischen Obelisken befinden.

Markus Janka
8 - 31
In diesem Beitrag stellt PD Dr. Markus Janka ein in der Schulpraxis gründendes Konzept für die gymnasiale Ovidlektüre zur Diskussion, das den Herausforderungen und Chancen unseres Multimediazeitalters gerecht zu werden versucht. Nach einigen historischen Schlaglichtern zum Wandel des Ovidunterrichts stellt er im Hauptteil sein Projekt unter dem Motto „Ovid als Dolmetscher“ in allgemeinen Zügen vor. Fünf Fallbeispiele für Unterrichtssequenzen aus den beiden inzwischen vorliegenden Lektüreausgaben erläutern, ergänzt um nicht publizierte Materialien, die Verzahnung von textuellem Lehrmedium und einer Mehrzahl von Parallelmedien in anschaulicher Weise. Dabei gilt der Methodenvielfalt sowie der Motivation für den Gegenstand auch über den Unterricht hinaus ein besonderes Augenmerk.

Stefan Kipf
32 - 54
Vom 3. bis 6. 12. 2003 wurde in Leizpig unter dem Titel „Frühgriechische Lyrik: Dichung mitten im Leben“ ein Seminar für Griechisch-Schülerinnen und –Schüler aus fünf Bundesländern durchgeführt. Dr. Stefan Kipf (Berlin) stellt Konzeption, Durchführung und Evaluation dieses außergewöhnlichen Projekts ausführlich vor.

Gerson Schade
55 - 63
Gerson Schade gibt in seinem Beitrag einen Einblick in die beeindruckenden Zeugnisse, die uns die zahlreichen Papyrusfunde seit der Mitte des 19. Jahrhunderts vom Elementarunterricht in der Antike vermitteln. Durch diese Funde ist die antike Schule und ihre Praxis greifbar, da neben diesen Papyrusfunden kaum aussagekräftige Quellen über den antiken Schulunterricht existieren. Der Beitrag stellt umfangreiches Bildmaterial von Papyri vor, die sowohl Lehrer- als auch Schülerhandschriften zeigen, und gibt dabei eine unmittelbare Anschauung von Unterrichtsstunden, die vor über 2000 Jahren stattgefunden haben.


Pegasus 2/2004

Barbara Demandt
1 - 16
Zwei bedeutende Werke der bildenden Kunst des 19. Jahrhunderts, in denen die griechische Antike im Mittelpunkt steht, werden von Barbara Demandt (Berlin) in Ihrem Beitrag Reflexionen über die Liebe. Platons Gastmahl in den Bildern von Anselm Feuerbach vorgestellt. Die Autorin stellt in ausgesprochen lebendiger und anschaulicher Weise nicht nur die Bilder Feuerbachs vor, sondern gibt zugleich eine Einführung in das Leben des Malers, in dessen Oeuvre die Antike bekanntlich eine wichtige Rolle spielte.

Fritz Felgentreu
17 - 29
T. S. Eliot geht in einem berühmten Aufsatz der Frage nach, was ein Klassiker sei, und kommt zu dem Ergebnis, dass in der europäischen Literatur allein Vergil dieses Prädikat zugesprochen werden kann. Er hält ihn für den einzigen und "absoluten Klassiker". Heute dagegen hat Vergil kaum mehr diese Bedeutung. Fritz Felgentreu (Berlin) spürt in seinem Beitrag Vergil und die Aeneis mögliche Gründe für diese Neubewertung auf und führt zugleich in die Welt der Aeneis Vergils ein.

Michael Lobe
30 - 36
Michael Lobe (Bamberg) gibt einen Einblick in die Geschichte der Rezeption des Epigrammatikers Martial: In konzentrierter Darstellung wird der Leser mit dem Weiterleben und produktiven Umgestaltung des Epigrammes VIII 79 beim spanischen Jesuiten Baltasar Graciàn y Moreno (1601-1658) und dem Philosophen Arthur Schopenhauer bekannt gemacht.

Friedemann Scriba
37 - 45
Es ist allgemein bekannt, dass die römische Antike von den italienischen Faschisten rücksichtslos für ihre propagandistischen Zwecke missbraucht wurde. Eine besondere Rolle spielte in diesem Zusammenhang die Augusteische Zeit: Friedemann Scriba (Berlin) hat unter dem Titel „Augustus im Schwarzhemd“ eine Unterrichtseinheit entwickelt, die diesen Aspekt der Rezeptionsgeschichte in anschaulicher und zugleich eindringlicher Weise zum Gegenstand hat.


Pegasus 1/2004

Thorsten Burkard
1 - 25
Mit einem Forschungsbericht zu Sallust eröffnet PD Dr. Thorsten Burkard, der sich an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit einer Arbeit zu den Erzählstrukturen des Sallust habilitiert hat, die neue Pegasus-Reihe Forschung aktuell (vgl. zur neuen Reihe den Newsletter). Über den übersichtlich gegliederten Forschungsbericht hinaus, der dem Lehrer ebenso rasch wie präzise über die zentralen Fragen der Sallustforschung informiert, bietet dieser Beitrag außerdem anregende Überlegungen zur Legitimation der Sallustlektüre in der Schule, eine kritische Auseinandersetzung mit einem im Unterricht beliebten Vergleich einer Hitler-Rede mit der bekannten Catilina-Rede (Sall.Catil. 20) und Gedanken zur Etablierung des Bellum Iugurthinum als Schullektüre.

 Barbara Demandt
26 - 53
Kein Gebäude in Deutschland hat Höhen und Tiefen der deutschen Geschichte so geteilt wie das Brandenburger Tor. In welche Richtung das Tor versetzt wurde, wie es zum repräsentativen, politischen, umkämpften, zerstörten, weltanschaulichen, schließlich friedlichen Symbol Deutschlands wurde, soll hier kurz dargestellt werden.

Günther E. Thüry
54 - 67
Unter Liebenden war in der römischen Antike der Austausch von Geschenken – den pignora amoris – üblich, die auch Widmungsinschriften tragen konnten. Mit dieser Sitte und mit dieser Inschriftengattung hat sich die Forschung noch wenig beschäftigt. Die Texte sind jedoch interessante Zeugnisse für die Sittengeschichte, für die lateinische Erotiksprache und für die Rezeption der Literatur in der römischen Provinz. Der Autor, der sich seit über zwanzig Jahren mit dem Thema befaßt und sich eine systematische Aufarbeitung zumindest für die Gruppe der Fibelinschriften dieser Art zum Ziel gesetzt hat, möchte das anhand von Beispielen zeigen.


Pegasus 3/2003

Hans-Joachim Glücklich
1 - 24
Anhand konkreter Beispielsätze aus Caesars Bellum Gallicum – genauer gesagt aus dem bellum Helveticum – zeigt Glücklich, dass es analog zur abbildenden Wortstellung auch abbildende Sätze gibt (natürlich auch bei anderen Autoren wie Cicero oder bei Dichtern). Viele Schwierigkeiten moderner Leser, insbesondere Schüler, erklären sich durch diesen Satzbau, der der gezielten Leserbeeinflussung dient. Wird er hingegen berücksichtigt, kann man Caesars Sprachkunst würdigen, seine Darstellungsabsicht erkennen und die Texte (vor oder statt einer Übersetzung) leichter erschließen, wobei auch das kolometrische Gliedern, verbunden mit der Interpretation, hilft.

Es handelt sich um einen elektronischen Vorabdruck, dessen endgültige Fassung erscheinen wird in: Angela Hornung, Christian Jäkel, Werner Schubert (Hrsg.): Studia Humanitatis ac Litterarum Trifolio Heidelbergensi dedicata. Festschrift für Eckhard Christmann, Wilfried Edelmaier und Rudolf Kettemann, Frankfurt/M., Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien 2004 (Studien zur klassischen Philologie), S. 83-106.

 Ralf Schult
25 - 47
Für die Charakterisierung taciteischer Geschichtsschreibung fallen zwei Aspekte besonders ins Gewicht: Tacitus’ Analysetechnik, die eine Vielzahl historischer Triebkräfte berücksichtigt, und seine Darstellungstechnik, durch die das Zusammenspiel der vielfältigen Kräfte, die den Gang der Geschichte bestimmen, ebenso knapp wie kunstvoll offengelegt wird. Dabei ist die Bedeutung gerade von unterschwelligen und schwer zu fassenden Wirkungsmächten für die taciteische Geschichtsauffassung besonders groß.
Ralf Schult geht in seinem Beitrag auf diese Aspekte taciteischer Geschichtsschreibung ein: Er zeigt, wie Tacitus Othos erfolgreichen Umsturz als Ergebnis einer Kette von Umständen und Ereignissen darstellt, an denen die anonymen Massen und deren psychische Verfassung maßgeblichen Anteil haben. Welche Einflüsse haben die allgemeine Stimmung, die öffentliche Meinung und Gerüchte auf das Verhalten der Massen, die bei Tacitus neben Galba und Otho als Hauptakteure der Geschichte erscheinen? Der Beitrag stellt Tacitus als einen ebenso tiefsinnigen Historiker wie raffinierten Stilisten vor und macht deutlich, wie sehr Tacitus die Plausibilität und Transparenz seiner Geschichtsdeutung durch darstellerische Mittel unterstreicht, wenn nicht gar erzeugt.

Antonia Wenzel
48 - 72
Antonia Wenzel stellt in ihrem höchst instruktiven Beitrag mit Cristoforo Landino (1424-1498) einen Autor vor, der aufgrund seiner vielfältigen literarischen Tätigkeit nicht nur zu den bedeutendsten Vertretern der italienischen Renaissance zählt, sondern in seinem Werk auch vielfältige Anregungen für den Lateinunterricht bereithält. Antonia Wenzel liefert nicht nur grundlegende Informationen zu Leben und Werk des bedeutenden Humanisten und zu den komplexen historischen Hintergründen seiner Zeit, sondern stellt auch den Dichter Landino vor, der lateinische Liebeselegien nach dem Vorbild und Muster der augusteischen Dichter verfasste. Am Beispiel der Elegie B6 „Ad Xandram“ beleuchtet die Autorin Landinos Strategien des Dichtens und den Umgang mit seinen Vorbildern. Durch Landinos kreative Rezeption von Catull c. 5 Miser Catulle ... ergeben sich wertvolle Anregungen für den lateinischen Lektüreunterricht.


Pegasus 2/2003

Karl Bayer
1 - 19
Die verlässliche Bestimmung des Schwierigkeitsgrades von Klassenarbeiten erweist sich immer wieder als nicht zu unterschätzendes Problem. Karl Bayer, Nestor der Didaktik des altsprachlichen Unterrichts in Deutschland, stellt in seinem Artikel nicht nur grundsätzliche didaktische und methodische Überlegungen zu dieser zentralen Frage des Latein- und Griechischunterrichts an, sondern präsentiert eine Methode, die auf der Grundlage einer systematischen Analyse eine realistische Schwierigkeitsbestimmung unterschiedlichster Textarten erlaubt. Zusätzliche Bedeutung für die Unterrichtspraxis gewinnt der Artikel durch zwei anschauliche Anwendungsbeispiele.

Urte Dally
20 - 33
In seinen zwei berühmten Reden gegen C. Verres klagte Cicero den früheren Prätor an, Sizilien während seiner Amtszeit von 73-71 v. Chr. ausgeplündert zu haben. Der archäologische Hintergrund dieser Reden, insbesondere von II 4, erleichtert uns ihr Verständnis. Während der späten Republik erfreute sich griechische Kunst in Rom zunehmender Beliebtheit. Römische Aristokraten sammelten qualitativ hochwertige griechische Skulpturen, Gemmen und andere Objekte. Beide, Verres und Cicero, waren Sammler. Cicero erwähnt auch in der Rede II 4 zahlreiche Orte und Dinge, die uns heute gut bekannt sind, und gibt dadurch eine gute Gelegenheit, literarische und archäologische Quellen im Unterricht miteinander zu vergleichen. Es existiert jedoch kein archäologischer Kontext, der exakt mit Ciceros Text übereinstimmt. Aus diesem Grunde müssen wir plausible Situationen rekonstruieren, und zwar unter sorgfältiger Berücksichtigung der archäologischen Aspekte, d. h. der Herkunft der Objekte und ihrer chronologischen Bestimmung. Hierfür hat Urte Dally die antike Stadt Acragas/Agrigento gewählt, die Cicero mehrmals erwähnt. Wir spazieren durch die Straßen und treffen Hyposthenes, einen wohlhabenden Bürger, der unter Verres zu leiden hatte. Er zeigt uns sein Zuhause und einige Gegenstände, die Verres‘ Plünderung unbeschadet überstanden haben.

Manfred Fuhrmann
 34 - 47
Manfred Fuhrmann bietet einen wertvollen Beitrag zur aktuellen Bildungsdebatte, in der nicht mehr nur „auf Fortschritt durch Traditionsverzicht“ gedrängt wird, sondern sich auch wieder Stimmen erheben, die eine Hinwendung zu geistigen Orientierungspunkten fordern. Zur Gewinnung solcher Orientierung wendet sich Fuhrmann der europäischen Bildungstradition zu, indem er die Charakteristika dreier Epochen entfaltet, die „den Lehrplan Europas tief und nachhaltig geprägt haben“, der Karolingischen Renaissance, der Reformation und der Weimarer Klassik. Fuhrmann beschränkt sich jedoch nicht allein auf eine bildungshistorische Analyse, sondern zieht seine Befunde zur konzisen Verdeutlichung der gegenwärtigen Situation im Bildungswesen heran, die für ihn durch die Vernachlässigung „der integrierenden Kraft überindividueller Sinnzusammenhänge“ gekennzeichnet ist. Fuhrmann belässt es jedoch nicht bei einer bloß resignativen Kulturkritik, sondern entwirft eigene Vorschläge, die nicht auf eine Restauration des traditionellen christlichen oder humanistischen Kanons hinauslaufen, sondern Orientierung durch eine Besinnung auf die gemeinsame europäische Kulturtradition zu gewinnen suchen.


Pegasus 1/2003

Clemens Zintzen
1 - 14
In den letzten Jahren gewinnen Unterrichtsthemen zu Renaissance und Humanismus im Lateinunterricht zunehmend an Bedeutung. Zahlreiche Lektürevorschläge liegen inzwischen in gut zugänglicher Form vor. Kaum angemessene Berücksichtigung als Unterrichtsthema fand bisher der Neuplatonismus, eine der bedeutendsten und wirksamsten philosophischen Richtungen der Renaissance.

Prof. Dr. Clemens Zintzen, der Präsident der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Prof. em. für Klassische Philologie an der Universität Köln und international renommierter Kenner der Philosophie des Neuplatonismus sowie der Florentiner Renaissance, stellt in seinem kenntnisreichen, höchst anregenden Beitrag mit Marsilio Ficino einen der wichtigsten Vertreter des Neuplatonismus in der italienischen Renaissance des 15. Jahrhunderts vor. Der Beitrag enthält somit nicht nur zahlreiche Anregungen für den Lateinunterricht, sondern kann auch dem Griechischunterricht wertvolle Impulse verleihen.

Der Artikel führt in Leben und Werk Ficinos ein und skizziert die Grundzüge seiner Philosophie. Ficinos Ontologie fußt auf der Philosophie Plotins, berücksichtigt aber auch die christliche Lehre. Zentrale Punkte seiner Lehre sind die Mittelstellung der menschlichen Seele, ihre Unsterblichkeit, die vita contemplativa als die für die Rückkehr zu Gott angemessene Lebensform und schließlich die "Platonische Liebe" als das rechte Verhältnis des Menschen zu Gott. Ficinos Auffassung von Kunst wird am Ende des Beitrages ebenfalls kurz berührt.

Martin Holtermann
15 - 30
Martin Holtermann zeigt in seinem Beitrag neue Wege der Catull-Lektüre auf. Zunächst gibt er einen kritischen Überblick über die gegenwärtige Situation der Catull-Lektüre in der Schule, um dann konkrete Vorschläge zu einer intertextuell ausgerichteten Catull-Lektüre zu machen und den Dichter nicht in einseitiger Weise als bloßen Affektlyriker erscheinen zu lassen. Hierbei geht Holtermann auf c. 51 und die griechische Vorlage von Sappho (frg. 31) ein, konzentriert sich danach aber auf einen intensiven Vergleich von c. 70 und Epigramm 25 von Kallimachos. Abschließend soll durch einen Vergleich der intertextuellen Verfahren Catulls Intertextualität selber zum Unterrichtsgegenstand werden.

I Deug-Su
31 - 43
Nach Auffassung der Geschichtsforschung hat die karolingische Epoche einen wichtigen Anstoß für die moderne, westlich orientierte Konzeption der Europa-Idee gegeben, die bis heute nachwirkt. Anhand von breit angelegten Quellenrecherchen, welche den Zeitraum von der Spätantike bis zum Humanismus umfassen, gelingt Prof. Dr. I Deug-Su, Lehrstuhlinhaber für Mediävistik an der Universität Siena und seit 1996 Gastprofessor am Seminar für Mittellateinische Philologie der Freien Universität Berlin, der Nachweis, dass der mittelalterliche Europa-Begriff über diese westlich orientierte karolingische Europa-Konzeption wesentlich hinausgeht. Ergebnisse seiner Europa-Forschung stellte I Deug-Su in einem Vortrag in Berlin im Februar 2003 vor, der hier in leicht überarbeiteter Form abgedruckt wird. Für den schulischen Latein- und Griechischunterricht, aber auch für den Geschichtsunterricht dürften diese Forschungsergebnisse wichtige Anregungen zu einer Auseinandersetzung mit dem nach 1989 noch brisanter gewordenen Thema Europa in Geschichte und Gegenwart liefern.


Pegasus 3/2002

Fritz Wagner
1 - 7

Ruth Mikasch
8 - 30

Harald Kloiber
31 - 60


Pegasus 2/2002

Michael Alperowitz
1 - 10

Tilmann Kötterheinrich-Wedekind
11 - 24

Stefanie Manseck
25 - 43


Pegasus 1/2002

Uwe Dubielzig
1 - 5

Angelika Lozar
6 - 24

Karl Niederau
25 - 40

Bernd Linke
41 - 51


Pegasus 3/2001

Ralf Schult
1 - 12

Stephan Brenner
13 - 27

Johanna Salsa und Stefanie Manseck
28 - 43


Pegasus 2/2001

Bernd Linke und Angelika Lozar
1 - 12

Hans-Joachim Glücklich
7 - 13

Roland Frölich
14 - 38


Pegasus 1/2001

Katharina Börner
1 - 11

Andrea Kammerer
12 - 27

Ulrich Schmitzer
28 - 43


Pegasus 1/2000

Carola Fengler
1 - 12

Peter von Moellendorff
13 - 17

Clemens Utz
18 - 28